Was erzählt der Garten?
Eine Ausstellung mit Werken von Elma Riza und stay hungry (Michel Aniol und Meike Kuhnert)
22. - 30. August
im Stadtteilzentrum KREATIVHAUS, Fischerinsel 3, 10179 Berlin
Samstag, 22.08., 15 – 20 Uhr: Eröffnung
16 – 18 Uhr: Workshop für Kinder von 6 – 12 Jahren mit Elma Riza
Donnerstag, 27.08., 15 – 19 Uhr: Workshop: Stoffe färben mit Naturfarben
Sonntag, 30.08., 15 – 20 Uhr: Finissage und ein Mobile Menu von stay hungry

Elma Riza

Meike Kuhnert, Tomato Torrent, 2026

Meike Kuhnert, Tomato Torrent, 2026


Michel Aniol, City of Things, 2026

Fensterbild aus dem Kinderworkshop mit Elma Riza

Meike Kuhnert, Tomato Torrent, 2026

Michel Aniol, City of Things, 2026

Fensterbild aus dem Kinderworkshop mit Elma Riza

Mobile Menu #27 - The Forbidden Fruit von stay hungry

Meike Kuhnert, Tomato Torrent, 2026

Meike Kuhnert, Tomato Torrent, 2026

Michel Aniol, City of Things, 2026

Mobile Menu #27 - The Forbidden Fruit von stay hungry
Das Kreativhaus ist ein Stadtteilzentrum auf der Fischerinsel in Berlin. Es ist ein lebendiger Ort mit Bildungs- und Beratungsangeboten, Sport- und Bewegungsgruppen und kreativen Möglichkeiten für die Nachbarschaft.
Im Rahmen der Ausstellung Was erzählt der Garten? werden die Beete, der Garten und die Innenräume des Kreativhauses bespielt.
Elma Riza zeigt Werke aus der Serie Paysages habités (Bewohnte Landschaften). Es handelt sich dabei um Siebdrucke, die auf Fragmenten von Landschaften bekannter Gemälde aus dem 19. und 20. Jahrhundert basieren. Elma Riza hat dafür Gemälde ausgewählt, die Teil unserer kollektiven Vorstellungswelt sind und eine bestimmte Darstellung der Natur widerspiegeln. Aus diesen Gemälden hat die Künstlerin einzelne Elemente herausgegriffen, um diese in abstrahierter Form oder in reduzierter Weise widerzugeben. Nichtsdestotrotz sind diese Elemente weiterhin als Berge, Baumsilhouetten, Horizontlinien und Wellen erkennbar. Unser Blick auf Landschaften ist immer von kulturellen Vorstellungen, gegenwärtigen Aktivitäten und Erinnerungen geprägt.
Darüber hinaus bietet Elma Riza einen Workshop für Kinder an. Die Teilnehmer*innen bewegen sich durch den Garten und machen sich auf die Suche nach Blumen und Pflanzen, die sie dann zeichnen. Auf der Grundlage dieser Zeichnungen, die sich zwischen Landschaften und Gärten bewegen, werden im verglasten Flur des „Maison de la créativité“ Fensterdekorationen gestaltet.
Common Underground vereint zwei ortsspezifische Arbeiten der Betreiber*innen des nomadischen Projektraums stay hungry. Michel Aniol und Meike Kuhnert verstehen den Gemeinschaftsgarten des Stadtteilzentrums Kreativhaus als Raum des Entdeckens und Erzählens. Die darin angelegten Hochbeete sind dabei nicht nur Orte des Gärtnerns, sondern werden zu einer Landschaft, in der sich unterschiedliche Geschichten über Natur, Kultur und menschliches Handeln entfalten.
In City of Things entwirft Michel Aniol die Vision einer Stadt, in der Architektur und Natur nicht als Gegensätze erscheinen, sondern als ineinander übergehende Prozesse. Die Installation setzt die Ordnung des Wachsenden mit der Unordnung des Gebauten in Beziehung und eröffnet einen Raum, in dem sich beide gegenseitig durchdringen. Aus einer erhöhten Perspektive entfaltet sich eine Stadtlandschaft, die sowohl an Satellitenbilder oder digitale Karten, als auch an archäologische Fundstätten erinnert. Die Architekturen wirken vertraut und fremd zugleich. Sie erinnern an ein Relikt einer vergangenen Zivilisation und zugleich an ein Modell einer möglichen Zukunft. Diese zeitliche Unschärfe lässt die Idee einer alternativen Form des Zusammenlebens entstehen: einer Stadt, die nicht gegen die Natur errichtet wird, sondern aus ihr hervorgeht und mit ihr wächst.
In Tomato Torrent richtet Meike Kuhnert den Blick auf die Tomate als kulturelle Protagonistin. Kaum eine andere Pflanze steht so exemplarisch für Migration, Aneignung und den stetigen Wandel von Bedeutungen. Ihre Geschichte verbindet Kontinente, Handelswege, koloniale Expansion, kulinarische Traditionen und gesellschaftliche Vorstellungen. Im Garten entfaltet sich diese Erzählung als Diorama, in dem historische Fragmente, Erinnerungen und kulturelle Zuschreibungen zu einem vielschichtigen Bild zusammenfinden. Geschichte erscheint dabei nicht als lineare Abfolge von Ereignissen, sondern als Geflecht aus Beziehungen, das bis in die Gegenwart hineinwirkt.
Gemeinsam eröffnen beide Arbeiten einen Blick auf den Garten als Modell einer Welt, in der Wachstum, Erinnerung und Gestaltung untrennbar miteinander verbunden sind, Sie bilden einen gemeinsamen Denkraum, in dem alternative Vorstellungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sichtbar werden.
Zur Finissage am 30.08.2026 von 15 bis 20 Uhr wird das stay hungry – Mobile Menu #27 in der Installation im Gemeinschaftsgarten zubereitet und zur Verköstigung angeboten. Es lädt zu einem Zusammenkommen und einem kulinarisch-hortologischen Austausch ein.
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The Kreativhaus is a community centre located on Fischerinsel in Berlin. It is a vibrant place offering educational and counselling services, sports and exercise groups, and creative opportunities for the neighbourhood.
As part of the Was erzählt der Garten? (What Does the Garden Tell Us?) exhibition, the Kreativhaus's flower beds, garden and interior spaces will be used as exhibition areas.
Elma Riza is exhibiting works from her Paysages habités (Inhabited Landscapes) series. These silkscreen prints are based on fragments of well-known landscapes from the 19th and 20th centuries. Riza selected paintings that form part of our collective imagination and reflect a particular perception of nature. The artist has extracted individual elements from these paintings and reproduced them in an abstract or simplified form. Nevertheless, these elements remain recognisable as mountains, tree silhouettes, horizon lines and waves. Our perception of landscapes is always influenced by cultural ideas, ongoing activities, and memories.
In addition, Elma Riza is offering a children's workshop. Participants will explore the garden, searching for flowers and plants to draw. Using these drawings, which blend elements of landscapes and gardens, they will then create window decorations for the glass-enclosed hallway of the 'Maison de la Créativité'.
Common Underground brings together two site-specific works by the curators of the nomadic project space stay hungry. Michel Aniol and Meike Kuhnert view the community garden at the Kreativhaus neighbourhood centre as a space for discovery and storytelling. The raised beds planted there serve not only as places for gardening, but also as a landscape in which stories about nature, culture and human activity unfold.
In City of Things, Michel Aniol presents a vision of a city in which architecture and nature do not appear as opposites, but as intertwining processes. The installation links the order of the growing world with the disorder of the built environment, creating a space in which the two overlap. From an elevated viewpoint, an urban landscape reminiscent of satellite images, digital maps, and archaeological sites unfolds. The architectural forms seem both familiar and alien. They resemble a relic from a past civilisation and, at the same time, a model of a possible future. This temporal ambiguity gives rise to the idea of an alternative form of coexistence: a city that emerges from and grows with nature, rather than being built in opposition to it.
In Tomato Torrent, Meike Kuhnert focuses on the tomato as a cultural symbol. Hardly any other plant embodies migration, appropriation and the constant shift in meanings quite so well. Its history links continents, trade routes, colonial expansion, culinary traditions and social ideas. In the garden, this narrative unfolds like a diorama, bringing together historical fragments, memories and cultural attributions to create a multi-layered picture. Rather than presenting history as a linear sequence of events, Kuhnert shows how it continues to influence the present day through a web of relationships.
Together, these two works offer an insight into the garden as a representation of a world where growth, memory and design are inextricably connected. They create a shared space for contemplation, shedding light on alternative conceptions of the past, present and future.
On 30 August 2026, the closing event will take place from 3 pm to 8 pm. The stay hungry – Mobile Menu #27 will be prepared within the installation in the community garden and served to guests. The event invites visitors to come together and engage in culinary and horticultural exchanges.
