Was erzählt der Garten?
Eine Ausstellung mit Werken von Elma Riza und stay hungry (Michel Aniol und Meike Kuhnert)
22. - 30. August
Die Ausstellung findet statt im
Stadtteilzentrum KREATIVHAUS, Fischerinsel 3, 10179 Berlin
Samstag, 22.08., 15 – 20 Uhr: Eröffnung
Donnerstag, 27.08., 15 – 19 Uhr: Workshop
Wir färben Stoffe mit Pflanzenfarben und stellen die Farben gemeinsam her.
Dafür verwenden wir Malven, Zwiebelschalen, Rote Beete… Es werden Tischdecken für das Kreativhaus entstehen, die wir bei der Finissage benutzen werden. Wer möchte kann auch ein Kleidungsstück zum Einfärben von zu Hause mitbringen. Bei der Auswahl bitte auf einen hohen Anteil an Naturfasern achten.
Anmeldung bitte bis zum 24. August per Mail: mail@s-c-h-n-e-e-e-u-l-e.de (begrenzte Teilnehmer*innenzahl)
Sonntag, 30.08., 15 – 20 Uhr: Finissage und ein Mobile Menu von stay hungry
Das Kreativhaus ist ein Stadtteilzentrum auf der Fischerinsel in Berlin. Es ist ein lebendiger Ort mit Bildungs- und Beratungsangeboten, Sport- und Bewegungsgruppen und kreativen Möglichkeiten für die Nachbarschaft.
Im Rahmen der Ausstellung Was erzählt der Garten? werden die Beete, der Garten und die Innenräume des Kreativhauses bespielt.
Elma Riza zeigt Werke aus der Serie Paysages habités (Bewohnte Landschaften). Es handelt sich dabei um Siebdrucke, die auf Fragmenten von Landschaften bekannter Gemälde aus dem 19. und 20. Jahrhundert basieren. Elma Riza hat dafür Gemälde ausgewählt, die Teil unserer kollektiven Vorstellungswelt sind und die eine bestimmte Darstellung der Natur widerspiegeln. Aus diesen Gemälden hat die Künstlerin einzelne Elemente herausgegriffen, um sie zu abstrahieren oder in reduzierter Weise widerzugeben. Jedoch sind diese Elemente weiterhin als Berge, Baumsilhouetten, Horizontlinien und Wellen erkennbar. Unser Blick auf Landschaften ist immer von kulturellen Vorstellungen, unseren Aktivitäten und Erinnerungen geprägt.
Zudem bietet Elma Riza einen Workshop für Kinder an (nicht öffentlich). Die Teilnehmer*innen bewegen sich durch den Garten und machen sich auf die Suche nach Blumen und Pflanzen, die sie dann zeichnen. Anhand der Zeichnungen entstehen Fensterbilder im Glasgang des Kreativhauses.
Common Underground vereint zwei ortsspezifische Arbeiten der Betreiber*innen des nomadischen Projektraums stay hungry. Michel Aniol und Meike Kuhnert, die den Gemeinschaftsgarten des Stadtteilzentrums Kreativhaus als Raum des Entdeckens und Erzählens verstehen. Die sich darin befindenden Hochbeete sind dabei nicht nur Orte des Gärtnerns, sondern werden zu einer Landschaft, in der sich unterschiedliche Geschichten über Natur, Kultur und menschliches Handeln entfalten.
In City of Things entwirft Michel Aniol die Vision einer Stadt, in der Architektur und Natur nicht als Gegensätze erscheinen, sondern als ineinander übergehende Prozesse. Die Installation setzt die Ordnung des Wachsenden mit der Unordnung des Gebauten in Beziehung und eröffnet einen Raum, in dem sich beide gegenseitig durchdringen. Aus einer erhöhten Perspektive entfaltet sich eine Stadtlandschaft, die sowohl an Satellitenbilder oder digitale Karten, als auch an archäologische Fundstätten erinnert. Die Architekturen wirken vertraut und fremd zugleich, wie das Relikt einer vergangenen Zivilisation und gleichzeitig wie das Modell einer möglichen Zukunft. Diese zeitliche Unschärfe eröffnet die Vorstellung einer anderen Form des Zusammenlebens: einer Stadt, die nicht gegen die Natur errichtet wird, sondern aus ihr hervorgeht und mit ihr wächst.
Meike Kuhnerts Tomato Torrent richtet den Blick auf die Tomate als kulturelle Protagonistin. Kaum eine andere Pflanze steht so exemplarisch für Migration, Aneignung und den ständigen Wandel von Bedeutungen. Ihre Geschichte verbindet Kontinente, Handelswege, koloniale Expansion, kulinarische Traditionen und gesellschaftliche Vorstellungen. Im Garten entfaltet sich diese Erzählung als Diorama, in dem historische Fragmente, Erinnerungen und kulturelle Zuschreibungen zu einem vielschichtigen Bild zusammenfinden. Geschichte erscheint dabei nicht als lineare Abfolge von Ereignissen, sondern als Geflecht aus Beziehungen, das bis in die Gegenwart hineinwirkt.
Gemeinsam eröffnen beide Arbeiten einen Blick auf den Garten als Modell einer Welt, in der Wachstum, Erinnerung und Gestaltung untrennbar miteinander verbunden sind und einen gemeinsamen Denkraum bilden, in dem alternative Vorstellungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sichtbar werden.
Zur Finissage am 30.08.2026 von 15-20 Uhr wird das stay hungry – Mobile Menu #27 in der Installation im Gemeinschaftsgarten zubereitet und zur Verköstigung angeboten und lädt zu einem gemeinsamen Zusammenkommen und kulinarisch-hortologischen Austausch ein.